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Threnodie XVII → ← Threnodie XV

Spis treści

      Jan KochanowskiThrenodienThrenodie XVItłum. Spiridion Wukadinović

      Des Unglücks willen und von Leid versehret.
      Das bis ans Mark fast mir im Innern zehret,
      Muss Laute ich und holden Reim verlassen,
      Ja schier die Seele lassen.
      Leb ich? Hat mich ein falscher Traum betrogen,
      Der durch das Knochenfenster kam geflogen
      Und wie ein wach Gespenst den Sinn uns wirret
      Und hier — und dorthin irret?
      O Truggeist, Träumereien, wahnbefangen!
      Wie leicht ist’s doch mit der Vernunft zu prangen,
      Wenn uns die Welt gehorcht und Schicksalstücken
      Des Menschen Haupt nicht drücken.
      Die Armut preisen wir — im Überflusse,
      Den Kummer schätzen leicht wir — im Genusse,
      Und nichts ist uns der Tod, solang am Leben
      Die geiz’gen Parzen weben.
      Doch Not und Leid, wenn die auf uns einbrechen,
      Ists nicht so leicht zu leben wie zu sprechen,
      Und dann erst ist am Tode uns gelegen,
      Wenn er schon unterwegen.
      Beredter Arpinate, mit Bedauern
      Gehst du aus Rom. Warum? Nicht seine Mauern,
      Die ganze Welt ist ja der Sitz der Weisen,
      Wie du uns willst erweisen.
      Warum beweinst du so der Tochter Sterben?
      Hälts du doch nur die Schande für Verderben,
      Und alle andern Übel soll und Plagen
      Man fast mit Freude tragen.
      Der Tod, sagst du, sei Schrecken nur dem Bösen,
      Was flohst du ihn, an Tugenden erlesen,
      Da deine Rede dich, die zornentfachte,
      Ums Haupt beinahe brachte?
      Du hast die andern, nicht dich selbst beraten,
      Auch dir sind Worte leichter, scheints, als Taten,
      Du Engelsfeder, stark das Leid zu tragen,
      Das ja auch mich geschlagen.
      Es ist der Mensch nicht Stein, und wie die Karten
      Fortuna stellt, so wird den Sinn uns arten
      Das leid’ge Glück: die Seel es schlimmer spüret.
      Wenn wer die Wunden rühret.
      Zeit, Mutter des Vergessens, so willkommen.
      Was der Verstand nicht trifft und nicht die Frommen
      Heil meinen Trübsinn, und die bittern Schmerzen
      Verdräng aus meinem Herzen.
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